Freitag, 4. Juli 2014

Shanghai

Shanghai ist das aufeinandertreffen von Moderne und Tradition in extremis. Aus der Hafen- und Handelsstadt ist in kurzer Zeit eine Metropole entstanden. Ein Wolkenkratzer folgt dem nächsten, und die Aussicht von einem der Türme lässt erkennen, dass nur noch ganz vereinzelt Häuser mit nur einem oder zwei Stockwerken vorhanden sind. Im Vergleich zu Peking oder Xi’an werden die Verkehrsregeln und insbesondere Ampeln einigermassen respektiert und die gesamte Verkehrssituation wirkt etwas geordneter. Insgesamt wirkt Shanghai ziemlich westlich und die Unterschiede zu z.B. Montréal (die einzige Grossstadt die ich bislang aus eigener Erfahrung kenne) sind gar nicht so riesig.

Die Tradition scheint aber mit dem Streetfood und kleinen irgendwas-Läden immer noch zwischen den Wolkenkratzern hindurch. Roller (fast immer elektrisch) mit Fahrern ohne Helm, irgendwelchen lustigen Velokonstruktionen und lautes Hupen von teuren, oft deutschen, Autos lassen dann aber doch erkennen, dass man sich nicht in einer westlichen Stadt befindet.

Wir hatten zwei Tage mehrheitlich zur freien Verfügung. Nach dem gemeinsamen Besuch des Jing Mao Towers, dem inzwischen nur noch dritthöchsten Gebäude, bin ich in den Yuyuan Garden. Ohne die vielen Touristen war das früher sicher mal ein schöner Ort um Ruhe zu haben. Eine Bootsfahrt auf dem Fluss um die Skyline auf beiden Seiten zu bestaunen, beendete den ersten Tag. Leider war es neblig-regnerisch und die meisten Fotos sind nicht brauchbar, die Aussicht war aber trotz des Wetter äusserst imposant.

Weitere besuchte Attraktionen waren eine Tee-Degustation (da gibt’s durchaus das eine oder andere zu entdecken), das Shanghai Museum (das im Vergleich zum National Museum of China trotz seiner Grösse klein wirkt), die Nanjing Shopping-Strasse (Nanjing heisst übersetzt übrigens Südhauptstadt, entsprechend ist Beijing die Nordhauptstadt (Dong und Xi wären dann noch Osten und Westen)), die Tianzifang Shopping-Gassen (in noch mehr oder weniger ursprünglichem Zustand ohne Wolkenkratzer) und ein paar Blocks der ehemaligen „French Concession“ (ein weiterer Shopping- und Restaurantbezirk, gehobene Klasse und mit schön angelegten bzw. erhaltenen alten Strukturen).

Irgendwie habe ich es geschafft das Ladegerät meiner Kamera zu killen, und in Nordkorea ist bei einem Sturz der UV-Filter zu Bruch gegangen. Der Ring war etwas verbogen, so dass ich ihn nicht mehr selbst entfernen konnte. Nach längerem Suchen habe ich das offizielle Nikon Service-Center gefunden und konnte für 375 Yuan (viel zu teuer) ein neues Ladegerät kaufen und für weitere 120 Yuan den Ring entfernen lassen. Naja, hätte schlimmer kommen können.

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