Mittwoch, 25. September 2013

Dar Es Salaam und Sansibar

Nach einer gut elfstündigen Fahrt von Arusha nach Dar Es Salaam – eine sehr gute Zeit, je nach Verkehr kann das bis zu 14 Stunden dauern – blieben wir für eine Nacht im Makadi Beach Resort „Your Barefoot Paradise“: Ein Campingplatz mit weissem, feinem Sand am sehr warmen indischen Ozean. Mit Hängematten und einer gemütlichen Bar liesse es sich hier durchaus auch länger als nur eine Nacht als Zwischenstopp für die Fähre nach Sansibar geniessen.

Am Samstag, 21. September ging es um 7 Uhr – Verkehr sei Dank – mit Tuk Tuks zum Hafen um die 9:30 Fähre nach Sansibar zu erwischen. Die Überfahrt war mit gut drei Stunden angekündigt, aber dank der „Kilimanjaro III“ und offenbar guten Windverhältnissen kamen wir bereits nach 1:45 an – in heftigstem Regen.

Die Insel ist wesentlich grüner als das Festland. Auf den nicht verbauten Flächen wächst Rasen oder Palmenwald. (Die Rückfahrt nach Dar Es Salaam ist auch ein Anblick für sich: Links Palmen und Sandstrand, rechts eine Grossstadt mit Skyline).


Stonetown

In Stonetown, der „Hauptstadt“ von Sansibar, haben wir zwei nicht zusammenhänge Tage verbracht. Die Stadt wird übrigens schlicht Stonetown genannt weil die Gebäude dort aus Stein sind. Der direkt danebenliegende neuere Stadtteil aus den typischen Lehm/Backstein/Ziegel/Irgendwas-Hütten mit Wellblechdächern wird Newtown genannt.

Von den kürzlich in den Medien kursierenden Unruhen war überhaupt nichts zu spüren und wer sich einigermassen den lokalen, muslimischen Gepflogenheiten gemäss kleidet (sprich keine Shorts, Schultern bedeckt) muss auch auf den etwas ruhigeren Gassen und den lokalen Märkten nichts zu befürchten haben.
Gefährlicher ist da auf jeden Fall der Verkehr in den teilweise nicht einmal einen Meter breiten, mit Touris und Verkäufern vollgestopften Gassen: Velos sind noch relativ harmlos weil selbst gefährdet. Gleich danach kommen Vespas angebraust, und, wo es die Türschwellen zulassen, auch Autos.

In der Innenstadt reiht sich Souvenir-Shop an Souvenir-Shop die mehr oder weniger alle das gleiche verkaufen, aber sicher nicht das was man gerade sucht. In meinem Fall waren das die Toblerone-förmigen Namensschilder, die im Basler Tropeninstitut auf den Tischen stehen. Offenbar sind momentan nur die flachen, 15x40cm grossen beim Grosshändler im Angebot J

Ein essentechnisches Highlight war der Night-food-market. Auf einem zentralen Platz bauen dutzende Händler ihre Stände auf und verkaufen leckere
  • „Sansibar-Pizzas“, ein Blätterteig gefüllt mit z.B. Rindfleisch, Tomaten, Ei, Mayo oder Nutella mit Fruchtschnitzen für 2000 Tsh (Tansanian Shilling, etwa 1.20 Fr.)
  • Suppe mit Kartoffeln und Chicken für 500 Tsh
  • Etwas Dürum-ähnliches mit einer Knobli-Sauce die alleine die 3500 Tsh Wert wären
  • Jede Menge Früchten
  • Und natürlich Seafood und Sugar Cane (von dem man als nicht-local aber dem Magen zuliebe lieber die Finger lässt)
Historisch interessant, aber vor allem deprimierend war der Besuch des ehemaligen Sklavenmarkts. Auf Sansibar wurden die auf dem Festland gefangenen genommen Menschen gesammelt, zum Verkauf angeboten und schliesslich von dort verschifft. In zwei unterirdischen, etwa 30m^2 grossen Räumen, heute auf dem Gelände einer anglikanischen Kirche, wurden je etwa 80 Personen eingepfercht. Die Männer in einem, die Frauen mit ihren Kindern im anderen. Die „sanitären“ Einrichtung bestand aus einem Gang in der Mitte des sonst etwa 1.20m hohen Raums: wenn vom Meer die Flut kam, wurde die Exkremente weggespült.

Auf dem Markt wurde für die stärksten Sklaven am meisten bezahlt. Die Methode um das herauszufinden: auspeitschen. Wer mehr aushält ist, oder besser: war davor, stärker. Die Grausamkeiten der Sklaverei durch die Mzungus (Suaheli, so in etwa „weisser Lulatsch“) werden einem hier doch sehr deutlich bewusst.

Nungwi

Auf dem Weg nach Nungwi machten wir noch einen Abstecher auf eine Gewürzplantage. Frische Zimtrinde, grünen Pfeffer ab Blüte, Kardamon und diverse andere zu probieren war schon spicy und etwas anderes als das getrocknete Pulver das wir kennen. Zum Abschluss der Tour konnten wir noch diverse frische Früchte probieren, darunter auch „Jack-Fruit“ (keine Ahnung was das auf Deutsch ist), geschmacklich irgendwo zwischen Ananas und Banane (oder beidem).

Zwischen den beiden Tagen in Stonetown waren wir in Nungwi in den Amaani Beach Bungalows untergebracht, einer luxuriösen Ferienanlage. Direkt vor dem Zimmer: der Ozean mit feinem weissen Sandstrand und angenehm kühlem Wasser. Nach dem Herumgehetze in den letzten Tagen war es besonders angenehm an einem so gemütlichen Ort zwei aufeinanderfolgende Nächte zu bleiben.

Eigentlich hatte ich vor am Strand zu liegen und nichts zu machen, aber da ich mein Kindle im Truck vergessen hatte, musste ich mir eine andere Beschäftigung suchen. Schnorcheln war da die erste Idee, aber als Elzemie vom Tauchshop meinte es gäbe da auch die Möglichkeit einen Discovery Dive zu machen, war der Fall klar.

PADI Video gucken, Brillenprobe und ein paar Übungen nur gut zwei Meter unter Wasser (aber gleich im Meer mit wegen der einsetzenden Ebbe ziemlich starker Strömung) und der Montag war vorbereitet. Mit einem traditionellen Boot fuhren wir in die Nähe der Insel Mnemba zu den beiden Tauchspots. Die anderen Taucher mit Lizenz fanden das Ganze zwar Okay, aber wegen der Sicht und der immer noch starken Strömung nicht so berauschend. Für mich war’s auf jeden Fall besser als Schnorcheln (die beiden Schnorchler haben dazu noch Quallen abgekriegt) und damit super. Bei den Übungen hatte ich noch etwas Mühe mit atmen, bei den Tauchgängen war das aber zum Glück überhaupt kein Problem mehr.
Da ich keine Lizenz habe musste ich mich auch nicht um das BCD kümmern und konnte mich ganz auf die Wasserwelt konzentrieren.

Bilder

2 Kommentare:

  1. Super hast du den Tauchgang gewagt. Und nun: So schnell wie möglich den Open Water Diver machen :)

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    1. Jup, werd ich wohl machen. Leider sind wir hier nie lange genug am gleichen Ort um das bei einer Tauchschule zu buchen...

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