Auf der Hinreise hätte dank dem fehlenden Orientierungssinn von Annina nicht viel gefehlt, dass wir den Bus von Montréal nach Toronto verpasst hätten. Die Tickets hatten wir zwar beide, aber ich kann nicht sagen ob ich dann einfach eingestiegen wäre...
Nach sechsstündiger Fahrt im Bus und nur kurzem Warten hat uns Jimmy um 9 Uhr abends am Busterminal abgeholt und uns unterwegs einige Gebäude der Universität gezeigt. Ein China-Laden hat uns spätabends noch mit allerlei lustigen Lebensmitteln für eine Fondue Chinoise à la Jimmy versorgt. Nach einigen Minuten weiterer wilder Fahrt sind wir dann am Rande von Little Italy bei Jimmy angekommen.
Niagara Falls
Der Sonntagmorgen begann mit dem Rätselraten wer denn die dritte Person auf Jimmys Sofa ist (wir hatten nichts getrunken!) und einem Pancake-Frühstück. Besagte Person stellte sich dann später als Kollegin eines Mitbewohners von Jimmys Haus heraus. Ihr wurden dann im Halbschlaf Pancakes angeboten, aber wir assen dann doch alle auf. Ob sie sich dann später wohl gefragt hat ob sie von den Pancakes nur geträumt hatte?
Nach etwa zweistündiger halsbrecherischer Fahrt sind wir dann gegen Mittag in Niagara Falls angekommen. Die Stadt mit immerhin rund 90'000 Einwohnern besteht, soweit ich das beurteilen kann, bzw. mindestens im Zentrum, nur aus Hotels und Restaurants. Wir haben das Auto im Parkhaus des Casinos abgestellt und sind dann zu Fuss an den Niagara Falls (das ist der Wasserfall auf der Seite der USA) vorbei zu den Horseshoe Falls (kanadische Seite mit dem grossen Wasserfall). Schon sehr beeindruckend.
Im Visitor Center haben wir uns einen 'Magic Pass' gekauft, da die Saison der Maid of the Mist leider schon vorbei war. Dieses Ticket erlaubte uns dann den Zugang zum Tunnel hinter den Horshoe Falls (Journey behind the Falls), dem 4D-Kino Niagara's Fury und den Eintritt ins Papiliorama.
Da wir dank Jimmys Auto nicht nach kurzer Zeit bereits wieder zu einem Tourbus zurück mussten, konnten wir noch gemütlich die Dunkelheit abwarten und auch gleich noch die Beleuchtung der Wasserfälle bestaunen.
Falls noch mal jemand von Toronto aus dort hin geht: Eine Bustour lohnt sich ab zwei Personen nicht. Entweder man kommt mit dem ÖV hin und bleibt gleich einen Tag in Niagara Falls, oder man teilt isch ein Mietauto.
Toronto
Nachdem wir, erstaunlicherweise ohne Unfall, wieder in Toronto angekommen waren, haben wir vor dem Nachtessen noch einen kleinen Spaziergang dem Canada Walk of Fame entlang gemacht. Bei einigen Namen war ich über die kanadische Herkunft doch etwas überrascht: William Shatner, James Cameron, Pamela Anderson, Kiefer Sutherland, ...
Zum Nachtessen sind wir in den CN Tower. Die Aussicht von dort oben ist schon besonders und der Glasboden nichts für schwache Nerven. Die "Terasse" war wegen dem starken Wind leider geschlossen, hätte aber ausser für bessere Bilder ohne Glasscheibe dazwischen wohl keinen Mehrwert geboten. Das Essen im Drehrestaurant war zwar okay, aber bei dem Preis hätte ich mir dann doch etwas anderes mehr vorgestellt - insbesondere bei den diversen Auszeichnungen für die angeblich gute Küche...
Nach dem Essen sind wir noch bis etwa halb drei in der Stadt umhergezogen. Trotz der späten Jahreszeit (Mitte November) und der nächtlichen Stunde war es ausserordentlich warm: über 20°C! Die Ambience war schon speziell, insbesondere der hell erleuchtete Yonge/Dundas-Square (Torontos Times Square).
Am Montag und Dienstagvormittag haben dann Annina und ich die Stadt noch etwas weiter erkundet und dabei wohl alle verfügbaren öffentlichen Verkehrsmittel ausprobiert: Bus, Tram, Subway, Bixi-Mietvelo und die Fähre nach Toronto Island.
Um 11:30 gings dann mit dem Bus zurück nach Montréal, diesmal ohne Orientierungsprobleme.
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